| Thema: | Rückflug zum Horst |
| Jahreszeit: | Mai bis September |
Ab Mai ist gut zu beobachten, dass die Kleinen gefüttert
werden. Ein Altvogel bleibt am Horst und der andere fliegt zur Nahrungssuche ins
umliegende Jagdrevier.
In dieser Zeit wechseln sich die Eltern regelmäßig mit der Bewachung der Jungstörche
und der Nahrungssuche ab. In einem Zeitraum von etwa ein bis zwei Stunden findet
der Wechsel statt. Während
der eine Altvogel bei der Nahrungssuche ist, beschützt der andere seinen Nachwuchs. Im
Normalfall nicht sehr spektakulär, denn es handelt sich meist um Regen-, Sonnen- und Windschutz.
Sobald der Partner von der Nahrungssuche zurückkehrt, wird er am Horst durch heftiges
Geklapper willkommen geheißen. Manchmal fliegt der Partner nach wenigen Sekunden zur
Nahrungssuche los. So geht es den ganzen Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Für
die Altvögel sicherlich eine anstrengenden Zeit.
Ich schaue immer wieder gerne den Anflugmanövern zu. Die Weißstörche fliegen den Horst so
gut wie immer gegen den Wind an, so dass sie schnell aufsteigen und gleichzeitig abbremsen
können. Auf diese Art können die Störche mit wenig Kraftaufwand an Höhe gewinnen und sicher
am Horstrand landen. Eine Meisterleistung.
Nachdem ein Altstorch auf einem Feld Nahrung aufgenommen hatte, wurde es Zeit für die
Rückkehr zum Horst. Ich hielt mich mit meiner Kamera im Knick des Feldes auf und konnte
natürlich nicht vorhersehen, dass der Vogel dabei direkt auf mich zufliegen würde. Eigentlich
rechnete ich mit einem Flug von links nach rechts, denn der Horst lag etwa einen Kilometer
rechts von meinem Standort. Um so spannender wurde es für mich, als der imposante Großvogel
immer näher kam und nur langsam an Höhe gewann. Die Entfernung von etwa 100Meter zu mir legte
der Storch mit wenigen, kräftigen Flügelschlägen sehr schnell zurück. Ich hielt mit meiner
Kamera "drauf". Zugegeben, ein wirklich tolles Erlebnis, mit jedem Flügelschlag gewann er
an Höhe. Fast geräuschlos, es war nur leichtes Rauschen der Schwingen zu hören, flog der
Storch etwa zehn Meter über mir hinweg. Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn berühren könne.
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Fotos/Text © Axel Horn
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