| Thema: | Nestbau und Nestpflege |
| Jahreszeit: | März und April |
So gut wie immer ist das Männchen als erster
zurück am altbekannten Horst und bessert die Winterschäden aus. Später wenn die
Partnerin eingetroffen ist, suchen beide Störche abwechselnd Äste und ähnliches
Material zum Ausbau des Nestes. Nur selten verlassen beide Störche gemeinsam den Horst.
An neuen Nisthilfen sind hin und wieder verschiedene Störche zu beobachten. Hierbei
handelt es sich meist um zwei bis drei Jahre alte Jungstörche die einen Horst genau
prüfen und gegebenenfalls im darauf folgenden Jahr zur ersten Brut nutzen. Nicht
selten übernachten sie hier und halten sich einige Tage in der Nähe zum Horst auf.
Die oft aus runden Körben aufgebauten Nisthilfen werden von den Weißstörchen gern
angenommen und in kurzer Zeit für die erste Brut ausgebaut. Am Nestrand werden stärkere
Äste und Zweige, in der Horstmitte weiches Gras, Heu und Laub verwendet. Bestehende
ältere Nester werden weiter ausgebaut, bzw. nachgebessert. Ich konnte Storchenpaare
bei über mehrere Tage anhaltenden Ostwind dabei beobachten, wie sie einen Windschutz aus
Ästen und Zweigen aufgebaut haben.
Das Baumaterial wird ganz in der Nähe zum Horst, meist unter alten Bäumen gesucht und
aufgenommen. So ist der Rückflug zum Horst nicht so anstrengend und zeitraubend. Während
des Fluges mit Baumaterial im Schnabel ist der Hals nicht unbedingt, wie gewohnt nach
vorn gestreckt. So kann der Storch besser über das Material hinwegsehen. Ununterbrochen
wird Nistmaterial heran geschafft und innerhalb von wenigen Tagen das Nest fertig gestellt.
Ich war erstaunt, als ich einen Weißstorch beim Rückflug zum Horst mit einem Büschel
Gras im Schnabel sah und ich den Eindruck hatte, dass er blind unterwegs sei. Der Eindruck
muss mich getäuscht haben, denn der Storch landete sicher und punktgenau auf seinem Horst.
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Fotos/Text © Axel Horn
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